an darf lesen, den Freunden
vorlesen, sogar auswendig lernen, aber nicht veröffentlichen (ohne
Erlaubnis).
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Die wahre Kurzgeschichte des Turmbaus zu Babel mit Vokabular

Bild: Natalia Zourabova
Nein, ich bin leistungsfähig, prozeßfähig und voll geschäftsfähig. Nein, ich brauche es nicht zu beweisen. Ich möchte bei der Feststellung der Wahrheit behilflich sein. Es war nämlich genau heute, aber vor vielen Jahrhunderten, als unser kühnes Team mit dem Bau des Turmes begonnen hat...
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Die ausländischen Ewiger (Das Sparadies)
Die Geschichte eines Erfolges, der nie stattfand...
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Ausgewählte Texte
Der Berg Ararat

Foto: NASA
"Freiheit macht süchtig, Freiheit macht krank", -
Scherzte der Arzt im Knast.
Er sah wie ein Hausbesitzer aus,
Allein bei sich selber zu Gast.
"Gerechtigkeit soll man in Rechnung stellen", -
So der Menschenrechtler privat.
Ach! ich sehe den weißen Schnee
Auf dem Berg Ararat.
Unidentifizierter Schwimmapparat
Auf dem Berg Ararat.
"Der Gott ist`ne Frau, und ich bin verliebt", -
So meinte im Freundeskreis
Der Pfarrer, tanzte quer durch die Küche
Und holte für alle Eis.
"Diverse Verse sind nur für Perverse", -
Sagte der Wortakrobat.
Ach! ich sehe den weißen Schnee
Auf dem Berg Ararat.
Unidentifizierter Schwimmapparat
Auf dem Berg Ararat.
"Ich fahre schwarz, aber komme durch", -
Betonte der Rechtsanwalt.
Er hatte das Silber auf seinen Schläfen
Und wirkte anmaßend kalt.
Doch lächelnd erwiderte der Terrorist:
"Mein Ticket ist immer parat..."
Ach! ich sehe den weißen Schnee
Auf dem Berg Ararat.
Unidentifizierter Schwimmapparat
Auf dem Berg Ararat.
"Ich weiss nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin", -
So sang halblaut der Psychiater
Und rannte irgendwohin.
Der Text ist wie Geld, das du immer verlierst,
Der Autor - ein Automat.
Ach! ich sehe den weißen Schnee
Auf dem Berg Ararat.
Unidentifizierter Schwimmapparat
Auf dem Berg Ararat.
(Zusammen mit Petr Gorjev)
[....]
Das Leben 0.0

foto: Nastja Brodskaja
Wir stellen uns verschiedene Fragen in den 0-Jahren.
Wird es in absehbarer Zeit einen großen Weltkrieg geben?
Oder nicht?
Schaffen es die Terroristen in Londons Stadtzentrum eine sogenannte "Schmutzige Bombe" in die Luft knallen zu lassen?
Oder nicht?
Wird die kleine Kanareninsel La Palma in zwei Teile auseinanderbrechen
Und ein 300 Meter hoher Mega-Tsunami danach die Ostküste der Vereinigten Staaten verwüsten? Oder nicht?
Stimmt es, dass das Ende der Welt dann kommen sollte,
Wenn die Beduinen mit der Höhe ihrer Wolkenkratzer im Wettbewerb miteinander stehen werden?
Oder nicht? Oder doch? Oder nicht?
Sinkt die Hälfte von Moskau in die Karsthohlräume ab oder nicht?
Oder doch?
Fängt in Berlin ein toller Wirtschaftsboom an, mit den Hyperprofiten, Megaautostaus und so weiter und so fort?
Fängt es endlich an oder nicht?! Oder doch?
Ich hab´ jetzt kein Bock darüber zu sprechen,
Wer als nächster Präsident in Russland oder in den USA gewählt wird.
Hey, Präsidenten! Lasst mich in Ruhe - ihr nervt!
Dringt nicht in die Tschetschenien meines Herzens ein!
Besetzt nicht den Irak meines Gehirnes!
Erstickt nicht mit eurem Betäubungsgas die Geiseln meines Sinnes!
Foltert nicht die Gefangenen in Guantanamo meiner Genitalien!
Gern wäre ich Präsident der parallelen Welt.
Dieser Wunsch ist leider nicht genug infantil,
Um genial zu sein.
[2007]
Einem starken Staatsmann

Bild: anonymer russischer Künstler.
Es lebt ein hartnäckiger Bursche,
Er tut `nen gefährlichen Job
Und fühlt die unsichtbare Grenze -
Die liegt zwischen „Starten!" und „Stop!".
Ein Sportler, ein Vater, ein Bürger,
Er kennt keinen Suff, keinen Puff.
Er ist ein Artist von Berufung,
Er ist Polizist vom Beruf.
Er hat eine russische Seele,
Sein Körper ist richtig gestählt.
Er wurde nach seinem Geheimdienst,
Ja, zum Präsidenten erwählt.
Es lebt ein gutmütiger Onkel,
Der brachte uns Spiele und Brot.
Er brauche dann keine Kanone,
Er schießt mit den Augen dich tot.
Er schleicht so geschickt wie ein Tiger
Und windet sich so wie ein Aal.
Hier braucht er gar kein Charisma -
Gewinnt sowieso jede Wahl.
Er schuftet und macht nur das Beste
Und wird zu den Besten gezählt.
Er wurde nach seinem Geheimdienst,
Ja, zum Präsidenten erwählt.
Es lebt ein rechtgläubiger Pate,
Belauscht das wachsende Gras.
Er hat doch genug von dem Erdöl,
Er hat auch genug von dem Gas.
Man singt heutzutage so fröhlich,
Man hält sich die Schweine zur Mast.
Wer wacht wie ein Menschenfleischfresser
In seinem Ravenous-Palast?
Bei uns hat man immer gefeiert!
Gehäutet, gejubelt, gepfählt!
Er wurde nach seinem Geheimdienst,
Ja, zum Präsidenten erwählt.
[2004]
Sex am Strand

Foto: Nastja Brodskaja
Ich heizte an die sechs Stunden und ohne Rast dahin.
Ich zerschlitzte die Haut der Autobahn mit messerscharfen Rädern.
Ich trommelte mit der rechten Faust auf dem Bord herum:
„Du, Miststück! Du, verdammtes!" - drohte ich prophetisch,
Nahm ein paar Züge aus der Wodkaflasche zur Auflockerung.
„So ein wilder Russe", - blinkten die Straßenschilder apathisch,
Egal, wer aus welcher Kultur, die scherten sich einen Dreck darum.
Komisch, dass ich keinem Bullen aufgefallen bin.
Sex, Sex am Strand.
Unter dem schrägen Peitschen des feurigen Regens.
Sex, Sex am Strand!
Unter dem strengen Blick des Pfarrers und des Henkers Segen.
Sex, Sex am Strand!
Wo die schmierigen Wellen gammelige Strände lecken.
Sex, Sex am Strand!
Wo die Luft nach Jod riecht und die Möwen segeln.
Ich heizte an die sechs Stunden und ohne Rast dahin.
Erst gegen Morgen verließ ich die schmutzige Strecke.
Ich stieg aus dem Auto, suchte 'nen Busch und pinkelte in die Hecke.
Die gingen nicht in Flammen auf, nicht ums Verrecken.
Aber ich war wie besessen, ich fiel in den trostlosen Kurort ein,
Hier war keine Saison, es gab auch keine Touristen.
Um fünf Uhr kam ich an, wie ein Gefäß aus giftiger Finsternis.
Wütend habe ich die messerscharfen Räder
in den kühlen Sand gesetzt.
Sex, Sex, am Strand!
Wie die letzten Zweifüßler im Umkreis von tausend Kilometern.
Sex, Sex am Strand!
Wie hilflose Kinder - von ihren Eltern Preis gegeben
und denen sie's geben!
Sex, Sex am Strand!
Dort, wo rostige Schatztruhen Totgesagter stranden!
Sex, Sex am Strand!
Wo die Luft nach Jod riecht und die Möwen segeln!
[Übersetzung: Martina Mrochen, 2003]