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Panda-Diashow: Russische Drogenpolitik zwischen Repressalien und Realien

22. Februar 2013 | 19:00

Diashow - Fotovortrag - Infotainment im Panda-Theater von und mit Alexander Delphinov. In zwei Teilen mit einer Pause. Eintritt (gratis) 19.00. Beginn 19.30.

 

Bild: Maxim Neroda

Ist es wahr, dass Heroin im zaristischen russischen Reich einst als Haarwuchsmittel in der Werbung stand? Kann man heute glauben, dass 1910 die Polizei in Sankt-Petersburg die Bürger beruhigen wollte, die Qualität des Kokains in den hauptstädtischen Apotheken unter der polizeilichen Kontrolle bleibe?

Im 19. Jahrhundert war Cannabis für Russland etwa dasselbe, was heute Erdöl und Gas sind. Drei russische Städte tragen bis heute Cannabis auf ihren Wappen, die staatliche Drogenpolizei interessiert sich kaum dafür. Doch wenn ein/e Verkäufer/in einen Cannabisblatt aus Plastik verkaufen wird, kann das als Drogenpropaganda bestraft werden. So musste eine Geschäftsfrau in Kemerovo 40 000 Rubel (fast 1000 Euro) zahlen, weil die Drogenpolizisten bei ihr silberne Anhänger in Form eines Cannabisblattes gefunden haben. 

Jeder sechster der Häftlinge in russischen Knästen und Straflagern sitzt wegen Drogen. Jedes drittes Strafregister Urteil wird in russischen Großstädten wegen des Drogenparagraphen 228 gesprochen. Dabei geht es in erster Linie um die Drogenkonsumenten, Heroinabhängigen oder Kiffer, die aber als Drogenhändler gelten und mit sogenannten "besonders großen Mengen" von den verbotenen Substanzen festgenommen wurden. Die HIV-Epidemie verbreitet sich in Russland schneller, als irgendwo sonst auf der Erde. Doch die Substitutionstherapie ist verboten. Dabei lügen die russische Beamter im Land und im Ausland und erzählen, dass diese Therapie auf der ganzen Welt als ineffektiv bald so gut wie beendet wird.

Wie kann dieses Repressalien-System funktionieren? Wie groß sind eigentlich diese "besonders große Mengen"? Warum wird die Drogenpolizei oft selbst in den Drogenhandel verwickelt? Wie stark ist die sogenannte "Drogeninvasion aus Afghanistan" und gibt es sie überhaupt? Eine starke Drogenphobie prägt die russische Gesellschaft. Wie ist es dazu gekommen? Das möchte ich euch nicht nur auf Deutsch klar erzählen, sondern auch mit Bildern zeigen. Solche Veranstaltungen können in meinem Land von den Behörden als Drogenpropaganda verboten und bestraft werden. Trotzdem machen wir die Drogenaufklärung weiter und besuchen verschiedene Städte. Und die Realien der zeitgenössischen Drogenpolitik sehen ganz anders, wie es offiziell dargestellt wird. Ich werde die Wahrheit berichten.

Also am Freitag, den 22. Februar. Kommt zahlreich! Langweilig wird es nicht (oder doch? :)
Der Eintritt ins Panda-Theater ist an diesem Tag für alle Besucher/in gratis.

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