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Russland-2013: neye Perestroyka, kalter Bürgerkrieg, einfach nichts?

21. Dezember 2012 | 20:00

WoSpree-Athen, Oranienburger Str. 17, 10178 Belrin
Wann: Freitag, 21.12.12, an dem Tag sollte laut Maya-Kalender die Welt untergehen.

Was Sie schon immer über russische Opposition wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: In einem Fotovortrag mit anschliessender Frage- und Diskussionsrunde berichtet der 41-jährige Moskauer Autor und Journalist Alexander Delphinov aus dem Alltag der russischen Opposition und Kunst-Aktivismus. + "Akustisches Echtzeitmonument" für die russischen politischen Häftlinge von und mit Julia Strauss.

Foto: Victoria Lomasko

Vor einem Jahr startete in Moskau die größte Protestwelle seit Ende 80er. Im Januar 2012 gingen mehr als 100 000 bei minus 24 Grad auf eine Kundgebung auf dem Sacharov-Platz. Danach kam es im Mai zum Krawall auf dem Bolotnaja-Platz und einige Demonstranten sowie Polizisten wurden verletzt. Der offizielle Standpunkt der Regierung: die Organisatoren der Demo sind selber Schuld, es war eigentlich eine geplante Aktion gegen die Polizei und diejenige Personen, die mit Gewalt auf die Ordnungsshüter losgingen, sollen angeklagt werden. Zum heutigen Tag gibt es bis zu 200 politischen Häftlinge in Russland, unter denen auch 21 sogenannten 6-Mai-Gefangenen (http://6may.org/de/). Die oppositionellen Straßenpolitiker meinen, die Polizei hätte damals den friedlichen Aufzug gesperrt und so den Krawall provoziert.

Bild: Dmitry Vrubel

Parallel zu diesen Protestenwelle tauchte in Russland etwas anderes neues auf: der Kunst-Aktivismus. Artjom Loskutow und seine Monstrationen in Nowosibirsk, die Woina-Künstlergruppe und ihren Fallos gegen FSB in Sankt-Petersburg, Victoria Lomasko und ihre verhaftete Straßenaustellung und viele anderen, doch die bekannteste zwischen allen sind zur Zeit drei junge Frauen aus der punk-feministischen Band Pussy Riot, zwei von denen wurden zum 2 Jahren Straflager wegen „Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt. Eine der Künstlerinen ist zwar frei, aber auch schuldig gesprochen. Pussy Riot haben es geschafft, die Absurdität und Brutalität des zeitgenossischen russischen Gerichtssystems für die ganze Welt sichtbar zu machen. Doch bis jetzt scheint es, dass die Machthaber in Russland nach all den Protesten und Kunstaktionen eher fest in ihren Sesseln sitzen, als irgendeine Reformen oder "Liberalisierung" des Systems vorbereiten.

Bild: Anonym

Heute diskutiert man, ob die Protesten sich als erschöpft und unbedeutend zeigen (das ist nämlich die Meinung von Wladimir Putin persönlich) oder werden sie sich weiter auf eine Art Sinusouide entwickeln. Was ist aber das Ziel: eine soziale Revolution? Neue Wahlen? Was glauben die Leute auf dem Lande, die kaum die Namen der bekanntesten Oppositionellen kennen? Warum die Protestbewegung eigentlich nur in Moskau aktiv blieb? Wer sind Nawalny, Udaltsov, Nemtsov, Limonov und andere bekannte Straßenpolitiker aus der nichtparlamentarischen Opposition? Interessiert das alles Sie nur ein Bisschen, dann laden wir herzlich ein zu einem spannenden Abend über die aktuelle Situation in Russland.

Foto: Anya Sarang

P.S. Delphinov: "Man hat mich oft hier in Deutschland gefragt, ob ich die Pussy Riot Band persönlich kenne, wer ist zum Beispiel Sergei Udaltsov oder Alexei Navalny, wann wird die russische Schneerevolution endlich stattfinden und wo sind eigentlich die Partisanen, die auf den Polarbären reiten. Ich habe dann einige Bilder teilweise aus dem Internet teilweise von meiner eigenen Festplatte zusammengestellt und jetzt möchte ich diese Bilder zeigen und dabei live kommentieren, was das alles zu bedeuten hat. Es wird echt spannend, Leute! Wir haben es schon experimentell bewiesen"

 
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